Claudius Schulze über Erfolg und Herausforderungen zu Beginn einer Fotografenkarriere


                         Fotograf Claudius Schulze

 

Florian: Zu Beginn einer Fotografenkarierre stößt man auf scheinbar unüberwindbare Hindernisse, die einem schnell die gesammte Euphorie nehmen können. Wie zum Beispiel das Herantreten an Verlage oder das sich Bemerkbar machen im unüberschaubaren World Wide Web. Du hast als Fotograf erfolgreich deinen Fuß in die Tür der großen Verlage gestellt –  wie hast Du das geschafft?

Claudius: Ausdauer, verlässlich hohe Qualität und eine Nische. Am einfachsten ist es, sich auf ein Thema oder eine Technik zu spezialisieren – früher oder später werden auch die Großen genau dies brauchen und nicht an einem vorbeikommen!

 

Florian: Sind Massenmedien nicht längst schon tot? Mit Web 2.0 verdiene ich doch mehr Geld mit weniger Aufwand?

Claudius: Ohne Frage kann man online schnell & einfach eine große Audienz finden, doch es sind die alten, klassischen Medien, die am Ende des Monats die Rechnung bezahlen. Der Medienmarkt mag sich ändern, doch es sind immer noch die alten Player, die die Kraft haben große Geschichten zu produzieren.

 

Florian: Sobald ich meine Fotografien auf Facebook und Co hochlade befürchte ich, dass meine Arbeiten unentgeltlich kopiert werden und ich meine Bildrechte verliere …

Claudius: Das Risiko ist in der Tat gegeben – doch selbst wenn die Bilder weiterverbreitet werden bedeutet das ja zugleich auch kostenlose Werbung. So lange die Bilder nicht in fragwürdigem Zusammenhang oder mit wirtschaftlichen Hintergedanken verwendet werden, habe ich kein Problem damit wenn meine Arbeiten weiterverbreitet werden. Als junger Künstler ist es das schwierigste bekannt zu werden …

 

Florian: Dein soeben erschienenes Buch „Socotra – the Idea of an Island, Strange and Magical“ hast du durch Crowd-Financing ins Leben gerufen. Wie hast Du die nötigen Bürgen zusammen getrommelt?

Claudius: Mir war ganz ganz wichtig, dass die Finanziers des Projektes nicht ‘spenden’ sondern ein Produkt kaufen, das einen Gegenwert hat. Mit anderen Worten: ich habe mich angestrengt ein Paket zu schnüren, das für die Käufer einen sehr hohen Wert hat (wenn man es auseinanderrechnet: ein signiertes Bild für 10 Euro!) und gleichzeitig mich in meiner Situation unterstützt – d.h. das Geld für den Druck des Buches – 7000 Euro – zu sammeln.

Florian: Ich freue mich, dass dein Buch so hohen Anklang gefunden hat. Vielen Dank für das Gespräch!

 

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Gemeinsam mit Fotograf Claudius Schulze haben wir den Workshop “My Photographs – My Money?!” erarbeitet. Er soll jungen Fotografen die Möglichkeit bieten, Einblicke für Marketing im Web 2.0, Crowd-Funding, das Herantreten an Verlage, Copyright or CC etc. zu bekommen und direkt Fragen an den Fotografen zu stellen.


Aktueller Workshop “My Photographs – My Money?!”  mit Claudius Schulze.
http://claudiusschulze.com/


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